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Schlachtfelder in Flandern – Erinnerung an den Ersten Weltkrieg

Die Region um Ypern (Ieper) in Westflandern war einer der blutigsten Schauplätze des Ersten Weltkriegs. Vier Jahre lang tobte hier der Stellungskrieg, der Hunderttausende Soldaten aus aller Welt das Leben kostete. Heute sind die Schlachtfelder Flanderns Orte der Erinnerung und Mahnung – und zugleich ein eindrucksvolles Zeugnis des sinnlosen Grauens des Krieges.

Zwischen 1914 und 1918 verwandelte sich die sanfte, flache Landschaft Westflanderns in ein apokalyptisches Schlachtfeld. Städte und Dörfer wurden dem Erdboden gleichgemacht, jahrhundertealte Bauernhöfe verschwanden und die einst fruchtbaren Felder wurden zu einem Labyrinth aus Schützengräben, Kratern und Stacheldraht. Soldaten aus Großbritannien, Frankreich, Belgien, Kanada, Australien, Neuseeland, Indien, Südafrika, Deutschland und vielen weiteren Ländern kämpften und starben in diesem kleinen Abschnitt Flanderns. Ihre Geschichten und ihr Opfer prägen die Region bis heute.

Ypern – Stadt des Gedenkens

Ypern wurde im Ersten Weltkrieg fast vollständig zerstört und nach dem Krieg originalgetreu wieder aufgebaut. Die mittelalterlichen Tuchhallen, eines der größten gotischen Profanbauwerke Europas, wurden Stein für Stein rekonstruiert und beherbergen heute das In Flanders Fields Museum. Das Menintor (Menin Gate) ist das beeindruckendste Kriegsdenkmal der Region. An seinen Wänden stehen die Namen von 54.896 vermissten britischen und Commonwealth-Soldaten, deren Gräber nie gefunden wurden. Jeden Abend um 20 Uhr ertönt unter dem Tor das Last Post – seit 1928 ohne Unterbrechung, außer während der deutschen Besatzung im Zweiten Weltkrieg.

Das Menintor wurde 1927 nach einem Entwurf des Architekten Sir Reginald Blomfield errichtet und am 24. Juli 1927 von Feldmarschall Lord Plumer eingeweiht. Es steht an der Stelle, an der Hunderttausende Soldaten die Stadt auf dem Weg zur Front durch das östliche Stadttor verließen – viele von ihnen kehrten nie zurück. Die Last-Post-Zeremonie wird von den Hornisten der örtlichen Feuerwehr durchgeführt, einer Tradition, die selbst während der Pandemie-Jahre 2020 und 2021 aufrechterhalten wurde, wenn auch zeitweise ohne Publikum. An besonderen Gedenktagen wie dem 11. November nehmen Tausende Menschen an der erweiterten Zeremonie teil, bei der Kränze niedergelegt und Gedichte vorgetragen werden.

Dauer der Schlachten1914–1918 (vier Jahre Stellungskrieg)
Gefallene um Ypernca. 500.000 Soldaten aller Seiten
Soldatenfriedhöfeüber 150 in der Region
Tyne Cot Cemeterygrößter Commonwealth-Friedhof der Welt (11.956 Gräber)
Last Posttäglich um 20 Uhr seit 1928
Weihnachtsfrieden 1914inoffizieller Waffenstillstand am 25. Dezember
Erster Giftgaseinsatz22. April 1915 bei Ypern (Chlorgas)
Minen von Messines19 Minen am 7. Juni 1917 gezündet
Iron Harvestca. 200 Tonnen Munition pro Jahr geborgen
Vermisste Soldatenüber 90.000 nie identifizierte Tote im Ypernbogen

Die drei Ypernschlachten im Detail

Drei große Schlachten prägten die Region und wurden zu Wendepunkten des Ersten Weltkriegs. Jede dieser Schlachten brachte neue Schrecken und hinterließ tiefe Narben in der Landschaft und im kollektiven Gedächtnis der beteiligten Nationen.

Die Erste Ypernschlacht (Oktober–November 1914) fand in den Anfangsmonaten des Krieges statt, als die deutsche Armee nach dem Scheitern des Schlieffen-Plans versuchte, die Kanalküste zu erreichen. Bei Ypern stießen sie auf erbitterten Widerstand der britischen und belgischen Truppen. Besonders tragisch war der sogenannte Kindermord von Ypern: Schlecht ausgebildete junge deutsche Freiwillige wurden in frontale Angriffe geschickt und erlitten katastrophale Verluste. Die Schlacht endete mit der Stabilisierung der Front und dem Beginn des Stellungskrieges. Rund 150.000 Soldaten fielen auf beiden Seiten.

Die Zweite Ypernschlacht (April–Mai 1915) ging als einer der dunkelsten Momente der Kriegsgeschichte in die Annalen ein. Am 22. April 1915 setzten deutsche Truppen erstmals im großen Maßstab Chlorgas ein. Eine gelblich-grüne Gaswolke trieb auf die französischen und algerischen Stellungen zu und verursachte Panik und Tod. Über 6.000 Soldaten starben an den Folgen des Giftgases, Tausende weitere erlitten schwere Lungenschäden. Die kanadischen Truppen, die südlich der betroffenen Linien standen, hielten trotz des Gaseinsatzes ihre Stellungen und verhinderten einen deutschen Durchbruch. Der Giftgaseinsatz veränderte die Kriegsführung für immer und führte zur Entwicklung von Gasmasken und eigenen chemischen Kampfstoffen auf alliierter Seite.

Die Dritte Ypernschlacht (Juli–November 1917), auch als Schlacht von Passchendaele bekannt, wurde zu einem Synonym für das sinnlose Grauen des Stellungskriegs. Britische Feldmarschall Douglas Haig befahl eine Großoffensive mit dem Ziel, die belgische Küste zu erreichen und die deutschen U-Boot-Basen zu zerstören. Doch schwerer Artilleriebeschuss und anhaltender Regen verwandelten das Schlachtfeld in eine Schlammwüste. Soldaten ertranken in den mit Wasser gefüllten Granattrichtern, Panzer versanken im Morast und jeder Meter Geländegewinn wurde mit unverhältnismäßig hohen Verlusten erkauft. Insgesamt fielen über 500.000 Soldaten auf beiden Seiten, bevor das zerstörte Dorf Passendale am 6. November 1917 von kanadischen Truppen eingenommen wurde – ein Pyrrhussieg, der kaum strategischen Wert hatte.

Der Weihnachtsfrieden 1914

Eines der bemerkenswertesten Ereignisse des gesamten Krieges spielte sich an Weihnachten 1914 im Ypernbogen ab. An verschiedenen Abschnitten der Westfront legten deutsche und britische Soldaten spontan die Waffen nieder. Sie sangen Weihnachtslieder, tauschten Geschenke aus – Tabak, Schokolade und Knöpfe – und spielten sogar gemeinsam Fußball im Niemandsland zwischen den Schützengräben. Dieser inoffizielle Waffenstillstand, der ohne Genehmigung der Oberkommandos zustande kam, dauerte stellenweise mehrere Tage. Er zeigte die Menschlichkeit, die selbst im schlimmsten Krieg überleben konnte. In den folgenden Kriegsjahren wurde solche Verbrüderung streng bestraft, und der Weihnachtsfrieden wiederholte sich nicht in diesem Ausmaß. Ein Denkmal bei Ploegsteert erinnert heute an dieses einzigartige Ereignis.

Minenkrieg am Messines-Höhenzug

Ein besonders dramatisches Kapitel der Kriegsführung in Flandern war der unterirdische Minenkrieg. Über Monate hinweg gruben britische und australische Tunnelbaukompanien geheime Stollen unter den deutschen Stellungen am Messines-Höhenzug. Am 7. Juni 1917 wurden 19 gewaltige Minen gleichzeitig gezündet – die Explosionen waren so mächtig, dass sie noch in London und Dublin zu hören gewesen sein sollen. Rund 10.000 deutsche Soldaten starben in Sekundenbruchteilen. Die Sprengung hinterließ riesige Krater, von denen einige heute noch sichtbar sind. Der Pool of Peace bei Wijtschate (Messines) ist ein heute mit Wasser gefüllter Krater von fast 40 Metern Tiefe – eine stille, naturbelassene Gedenkstätte, die eindrucksvoller als jedes Monument an die Gewalt des Krieges erinnert. Die Spannocknock-Mine, eine der 19 vorbereiteten Minen, wurde 1917 nicht gezündet und liegt bis heute irgendwo unter den flandrischen Feldern – eine unsichtbare Bedrohung, die nie entschärft wurde.

Gedenkstätten und Museen

In Flanders Fields Museum

Das preisgekrönte Museum in den Tuchhallen von Ypern erzählt die Geschichte des Ersten Weltkriegs in Flandern auf eindringliche und persönliche Weise. Interaktive Stationen und persönliche Geschichten machen das Ausmaß der Katastrophe begreifbar. Jeder Besucher erhält ein Armband mit der Identität eines realen Menschen aus der Kriegszeit und kann an verschiedenen Stationen dessen Schicksal verfolgen. Die Ausstellung umfasst persönliche Briefe, Uniformen, Waffen und Alltagsgegenstände aus den Schützengräben.

Tyne Cot Cemetery

Der größte Soldatenfriedhof des Commonwealth liegt bei Passendale. Fast 12.000 Gräber und eine Gedenkmauer mit über 34.000 Namen vermisster Soldaten machen den Besuch zu einem erschütternden Erlebnis. Die endlosen Reihen weißer Grabsteine vermitteln das Ausmaß des Verlustes. Im Zentrum des Friedhofs befinden sich die Überreste eines deutschen Bunkers, den König George V. nach einem Besuch 1922 als Fundament für das Cross of Sacrifice bestimmte.

Deutscher Soldatenfriedhof Langemark

Der deutsche Friedhof in Langemark ist das Gegenstück zu den Commonwealth-Friedhöfen. Über 44.000 deutsche Soldaten sind hier begraben, viele in Massengräbern. Die dunklen Basaltkreuze und die schlichte Gestaltung stehen in bewusstem Kontrast zu den britischen Anlagen. Die Skulpturengruppe trauernder Soldaten am Eingang des Friedhofs gehört zu den ergreifendsten Mahnmalen der Region. Im sogenannten Kameradengrab ruhen 24.917 Soldaten gemeinsam.

Passchendaele Memorial Museum

Das Museum im Schloss von Zonnebeke widmet sich der Dritten Ypernschlacht und bietet eine einzigartige Erfahrung: Im Untergeschoss wurde ein originalgetreues Netz von Schützengräben und Bunkern nachgebaut, durch das Besucher gehen können. Geräusche, Gerüche und enge Gänge vermitteln einen beklemmenden Eindruck vom Alltag der Soldaten an der Front. Persönliche Berichte und archäologische Funde aus der unmittelbaren Umgebung ergänzen die Ausstellung.

Hill 60

Diese künstliche Erhebung südöstlich von Ypern war einer der am heftigsten umkämpften Punkte des gesamten Krieges. Die strategische Anhöhe wechselte mehrfach den Besitzer und war Schauplatz erbitterter Nahkämpfe und unterirdischer Minensprengungen. Heute ist Hill 60 ein stilles Waldgebiet, doch die kraterartige Oberfläche erinnert deutlich an die Gewalt, die hier tobte. Informationstafeln erklären die Ereignisse und warnen zugleich vor dem Betreten des umgebenden Geländes wegen nicht explodierter Munition.

Talbot House Poperinge

Das Talbot House (Toc H) in Poperinge war während des Krieges ein Soldatenheim, gegründet vom anglikanischen Kaplan Philip “Tubby” Clayton. Hier konnten Soldaten aller Ränge sich ausruhen, lesen und beten, bevor sie an die nur wenige Kilometer entfernte Front zurückkehrten. Das Haus ist heute ein Museum und Gästehaus, das weitgehend im Originalzustand erhalten ist. Die Kapelle im Dachgeschoss, in der unzählige Soldaten ihren letzten Gottesdienst besuchten, ist ein besonders bewegender Ort.

Essex Farm Cemetery und John McCrae

Nördlich von Ypern liegt der Essex Farm Cemetery, der wohl berühmteste kleine Friedhof der Region. Hier diente der kanadische Militärarzt Oberstleutnant John McCrae im Mai 1915 in einem behelfsmäßigen Verbandsplatz. Erschüttert vom Tod seines Freundes Leutnant Alexis Helmer und umgeben von den Gräbern gefallener Soldaten, schrieb McCrae sein berühmtes Gedicht “In Flanders Fields”, das zum bedeutendsten englischsprachigen Kriegsgedicht wurde. Die Zeilen über die Mohnblumen, die zwischen den Kreuzen wachsen, machten den Klatschmohn zum internationalen Symbol des Gedenkens an die Gefallenen beider Weltkriege. Ein Denkmal am Kanalufer markiert die Stelle, an der McCrae das Gedicht verfasste. Die Überreste der Betonbunker, die als Verbandsplatz dienten, sind noch sichtbar und können besichtigt werden. Auf dem Friedhof selbst ruht auch Valentine Joe Strudwick, der mit nur 15 Jahren einer der jüngsten gefallenen britischen Soldaten des Krieges war.

Lijssenthoek Military Cemetery

Nahe Poperinge liegt Lijssenthoek, der zweitgrößte Commonwealth-Friedhof in Belgien mit über 10.700 Gräbern. Der Friedhof entstand rund um die Evakuierungskrankenhäuser, die während des Krieges in diesem Gebiet errichtet wurden. Anders als viele andere Friedhöfe der Region beherbergt Lijssenthoek auch Gräber von Soldaten verschiedener Nationalitäten – neben britischen und Commonwealth-Soldaten ruhen hier auch französische, deutsche und chinesische Kriegsteilnehmer. Ein modernes Besucherzentrum erzählt die Geschichten der Krankenschwestern, Ärzte und Sanitäter, die unter schwierigsten Bedingungen versuchten, verwundete Soldaten zu retten. Die Krankenschwester Nellie Spindler, die einzige hier begrabene Frau, starb 1917 durch eine Granatenexplosion während sie Verwundete versorgte.

Die Menin Road – Straße der Erinnerung

Die Menin Road (Meenseweg) führt von Ypern ostwärts in Richtung Menen und war die Hauptversorgungsroute zur Front. Tausende Soldaten marschierten auf dieser Straße in die Schlacht – unter konstantem Artilleriefeuer, das die Straße zu einem der gefährlichsten Orte der gesamten Westfront machte. Entlang der heutigen Straße befinden sich zahlreiche Gedenkstätten, Friedhöfe und ehemalige Stellungen. Das Hooge Crater Museum liegt direkt an der Straße und zeigt eine umfangreiche Sammlung von Fundstücken aus der Region. Der nahe gelegene Bellewaerde Ridge war Schauplatz heftiger Kämpfe, und der Hooge-Krater selbst entstand durch eine britische Minensprengung im Juli 1915.

Iron Harvest – Die Ernte des Krieges

Mehr als hundert Jahre nach Kriegsende gibt die flandrische Erde noch immer ihre tödliche Ernte preis. Bei jedem Pflügen, bei jedem Bauvorhaben kommen Granaten, Minen, Stacheldraht und menschliche Überreste zum Vorschein. Belgische Bauern stellen gefundene Munition routinemäßig an den Feldrand, wo sie vom Kampfmittelräumdienst (DOVO) abgeholt wird. Schätzungsweise 200 Tonnen Munition werden pro Jahr allein in der Region um Ypern geborgen, darunter auch Gasgranaten, deren Inhalt noch immer tödlich sein kann. Diese sogenannte Iron Harvest wird nach Einschätzung von Experten noch mindestens 500 Jahre andauern. Gelegentlich werden auch sterbliche Überreste von Soldaten gefunden. In solchen Fällen versuchen Spezialisten, die Identität anhand von Erkennungsmarken, persönlichen Gegenständen oder moderner DNA-Analyse festzustellen, damit die Gefallenen endlich ein würdiges Grab erhalten können.

Schlachtfeld-Archäologie

Seit den 1990er-Jahren hat sich die Schlachtfeld-Archäologie in Flandern zu einer eigenen wissenschaftlichen Disziplin entwickelt. Bei Ausgrabungen auf ehemaligen Schlachtfeldern werden Schützengräben, Unterstände und Tunnelsysteme freigelegt, die erstaunlich gut erhalten sind. Eines der bedeutendsten Projekte war die Ausgrabung eines Massenkameraden bei Fromelles (auf französischer Seite) im Jahr 2009, bei der 250 australische und britische Soldaten identifiziert und umgebettet wurden. In Flandern selbst liefern archäologische Funde wertvolle Einblicke in den Alltag der Soldaten: Essgeschirr, Briefe, Fotos, Spielkarten und sogar kunstvolle Grabenschnitzereien aus Patronenhülsen geben Zeugnis vom Leben und Sterben an der Front. Die Funde werden in den lokalen Museen ausgestellt und tragen dazu bei, die Geschichte des Krieges auf einer persönlichen, menschlichen Ebene zu erzählen.

Persönliche Schicksale

Hinter den Zahlen und Statistiken stehen individuelle Schicksale, die das Grauen des Krieges auf erschütternde Weise greifbar machen. Auf dem Friedhof von Tyne Cot liegen Brüder nebeneinander, die am selben Tag fielen. In Langemark ruhen Studenten, die direkt von der Universität in den Krieg zogen. Der irische Dichter Francis Ledwidge fiel am 31. Juli 1917 bei Bösinghe durch einen Granateneinschlag – sein Gedenkstein an der Straße nach Ypern wird bis heute mit frischen Blumen geschmückt. Besonders tragisch ist die Geschichte der erschossenen Soldaten: Über 300 britische und Commonwealth-Soldaten wurden während des Krieges wegen Desertion, Feigheit oder Befehlsverweigerung hingerichtet – viele von ihnen litten in Wirklichkeit unter Granatenschock (heute als posttraumatische Belastungsstörung bekannt). Erst 2006 wurden diese Soldaten offiziell begnadigt. Das Shot at Dawn Memorial im National Memorial Arboretum in England und zahlreiche Informationstafeln in Flandern erinnern an dieses dunkle Kapitel der Militärjustiz.

Erinnerungstourismus – Gedenken heute

Flandern hat sich in den vergangenen Jahrzehnten zu einem der bedeutendsten Zentren des Erinnerungstourismus weltweit entwickelt. Jährlich besuchen über eine halbe Million Menschen die Schlachtfelder, Friedhöfe und Museen der Region. Besonders der 11. November, der internationale Waffenstillstandstag, zieht Besucher aus aller Welt an. An diesem Tag finden an zahlreichen Orten in Flandern feierliche Zeremonien statt, bei denen Kränze niedergelegt und der Gefallenen gedacht wird. Die größte Zeremonie findet am Menintor in Ypern statt, wo Staatsoberhäupter, Veteranen und Tausende Bürger zusammenkommen. Auch Schulgruppen aus Großbritannien, Australien, Neuseeland und Kanada gehören zu den regelmäßigen Besuchern – für viele junge Menschen ist der Besuch der Schlachtfelder ein prägendes Erlebnis, das Geschichte aus Schulbüchern lebendig werden lässt.

Waterloo – Die andere große Schlacht

Auch die Schlacht von Waterloo 1815, in der Napoleon endgültig geschlagen wurde, fand auf belgischem Boden statt – südlich von Brüssel. Der Löwenhügel, ein 40 Meter hoher künstlicher Hügel, markiert heute das Schlachtfeld. Das Panorama-Gemälde und das unterirdische Memorial Centre erzählen die Geschichte dieses entscheidenden Wendepunkts der europäischen Geschichte.

Besuch planen

Die Schlachtfelder um Ypern lassen sich am besten mit dem Auto oder dem Fahrrad erkunden. Geführte Touren starten täglich vom Marktplatz in Ypern. Ein Besuch des Last Post am Menintor ist ein unvergessliches Erlebnis. Viele Besucher kommen auch um den 11. November (Waffenstillstandstag), wenn besondere Gedenkzeremonien stattfinden.

Der Ypernbogen (Ypres Salient) umfasst ein Gebiet von etwa 20 Kilometern Durchmesser, das sich gut an einem oder zwei Tagen mit dem Auto erkunden lässt. Besonders empfehlenswert ist die Route von Ypern über die Menin Road nach Tyne Cot, weiter nach Langemark und über Poelkapelle zurück in die Stadt. Fahrradrouten entlang der ehemaligen Frontlinien sind gut ausgeschildert und führen an zahlreichen Gedenkstätten und Friedhöfen vorbei. Das In Flanders Fields Museum in den Tuchhallen von Ypern bietet einen hervorragenden Ausgangspunkt für die Erkundung der Region und verfügt über detaillierte Karten und Routenvorschläge. Für diejenigen, die tiefer in die Geschichte eintauchen möchten, bieten spezialisierte Reiseleiter mehrtägige Touren an, die auch weniger bekannte Orte und persönliche Geschichten einschließen.