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Löwen (Leuven) – Bierstadt und Universitätsmetropole

Löwen, auf Niederländisch Leuven, ist eine der faszinierendsten Städte Flanderns und verbindet auf einzigartige Weise jahrhundertealte Tradition mit pulsierender Modernität. Östlich von Brüssel in der Provinz Flämisch-Brabant gelegen, zählt die Stadt rund 102.000 Einwohner – doch während des Semesters schwillt die Bevölkerung durch über 50.000 Studierende der KU Leuven auf weit über 150.000 an. Diese dynamische Mischung aus altehrwürdiger Wissenschaft, weltberühmter Bierkultur und jugendlicher Lebensfreude macht Löwen zu einem der aufregendsten Reiseziele in ganz Belgien.

Die Geschichte der Stadt reicht bis ins frühe Mittelalter zurück. Bereits im 9. Jahrhundert war Löwen ein bedeutender Handelsplatz an der Dijle, und im 11. Jahrhundert wurde es zur Hauptstadt der Grafschaft Löwen erhoben. Die Gründung der Universität im Jahr 1425 durch Papst Martin V. veränderte den Charakter der Stadt grundlegend und legte den Grundstein für ihre bis heute andauernde Rolle als intellektuelles Zentrum Europas. Trotz schwerer Zerstörungen in beiden Weltkriegen hat sich Löwen immer wieder neu erfunden und präsentiert sich heute als eine Stadt, die ihre Vergangenheit ehrt und gleichzeitig mutig in die Zukunft blickt.

Einwohnerca. 102.000 (plus über 50.000 Studierende)
ProvinzFlämisch-Brabant
RegionFlandern
UniversitätKU Leuven (gegründet 1425, älteste katholische Universität der Welt)
Berühmt fürGotisches Rathaus, AB InBev, Studentenleben, Groot Begijnhof
SpracheNiederländisch
Entfernung zu Brüsselca. 25 km (25 Minuten mit dem Zug)
UNESCO-WelterbeGroot Begijnhof (seit 1998)
BrauereiStella Artois / AB InBev (Hauptsitz)
KlimaprojektLeuven 2030 – klimaneutrale Stadt

KU Leuven – die älteste katholische Universität der Welt

Die Katholieke Universiteit Leuven, kurz KU Leuven, wurde am 9. Dezember 1425 durch eine päpstliche Bulle von Papst Martin V. gegründet und ist damit die älteste katholische Universität der Welt sowie die älteste Universität der Niederlande und Belgiens. Über die Jahrhunderte hat sie sich zu einer der renommiertesten Forschungsuniversitäten Europas entwickelt und wird in internationalen Rankings regelmäßig unter den 50 besten Universitäten weltweit geführt.

Die Universität prägt das gesamte Stadtbild: Historische Kollegiengebäude, moderne Forschungslabore und studentische Wohnheime sind über die gesamte Innenstadt verteilt. Die Universitätshallen am Naamsestraat, das imposante Arenbergkasteel und die zahlreichen Fakultätsgebäude zeugen von der tiefen Verwurzelung der Hochschule in der städtischen Struktur. Berühmte Absolventen und Professoren der KU Leuven umfassen Erasmus von Rotterdam, Gerardus Mercator, Andreas Vesalius und den Kosmologen Georges Lemaître, der die Urknalltheorie formulierte.

Heute zählt die KU Leuven rund 60.000 Studierende aus über 150 Ländern und beschäftigt mehr als 13.000 Mitarbeiter. Sie umfasst 15 Fakultäten und bietet Studienprogramme in allen wichtigen wissenschaftlichen Disziplinen an. Die Universität ist zudem ein wichtiger Motor für die regionale Wirtschaft und hat über ihren Technologietransfer Hunderte von Spin-off-Unternehmen hervorgebracht.

Die Universitätsbibliothek – Symbol der Widerstandskraft

Die Universitätsbibliothek von Löwen, auf dem Ladeuzeplein gelegen, ist weit mehr als ein Aufbewahrungsort für Bücher – sie ist ein Symbol für die Widerstandskraft der Stadt und der gesamten belgischen Nation. Die ursprüngliche Bibliothek wurde während des deutschen Einmarsches im August 1914 vorsätzlich niedergebrannt. Dabei gingen rund 300.000 Bücher, darunter unbezahlbare mittelalterliche Handschriften und Inkunabeln, unwiederbringlich verloren. Der Verlust löste weltweit Empörung aus.

Nach dem Ersten Weltkrieg wurde die Bibliothek mit internationaler Unterstützung, besonders aus den Vereinigten Staaten, im neoflämischen Renaissancestil wieder aufgebaut. Der Entwurf stammt vom amerikanischen Architekten Whitney Warren. Doch das Schicksal wiederholte sich: Im Mai 1940 wurde die Bibliothek erneut durch Brandstiftung zerstört, diesmal gingen etwa 900.000 Bände verloren. Der zweite Wiederaufbau erfolgte in den 1950er Jahren und wurde zu einem kraftvollen Zeichen des Neubeginns. Heute beherbergt der markante Turm der Bibliothek ein Glockenspiel und bietet von seiner Aussichtsplattform einen herrlichen Blick über die Stadt.

Gotisches Rathaus – das schönste Belgiens

Das Rathaus von Löwen gilt nicht nur als das schönste gotische Rathaus Belgiens, sondern als eines der prächtigsten spätgotischen Profanbauten ganz Europas. Zwischen 1439 und 1469 unter der Leitung des Architekten Sulpitius van Vorst und später Matheus de Layens erbaut, beeindruckt es mit seiner überwältigend detaillierten Fassade. Sechs Türmchen krönen das dreistöckige Gebäude, dessen Fassade mit insgesamt 236 Statuen geschmückt ist – allerdings stammen die heutigen Figuren aus dem 19. Jahrhundert, da die ursprünglichen Nischen jahrhundertelang leer blieben.

Jede Nische erzählt eine Geschichte: Biblische Figuren, lokale Heilige, bedeutende Persönlichkeiten der Stadtgeschichte sowie allegorische Darstellungen der Tugenden und Laster reihen sich in den drei Stockwerken aneinander. Die kunstvoll gestalteten Konsolen unter den Statuen zeigen Szenen aus dem Alten Testament. Bei genauer Betrachtung entdeckt man auch humorvolle Details – ein Zeugnis des Lebensgefühls der spätmittelalterlichen Steinmetze. Im Inneren können Besucher die historischen Ratssäle besichtigen, die mit Gemälden und Skulpturen aus der Stadtgeschichte ausgestattet sind.

Der Oude Markt – die längste Theke der Welt

Der Oude Markt, der alte Marktplatz, wird liebevoll als die längste Theke der Welt bezeichnet – und dieser Ruf ist durchaus berechtigt. Über 40 Bars, Kneipen und Cafés säumen den rechteckigen Platz und bilden eine nahezu ununterbrochene Reihe von Zapfhähnen und Terrassen. Vom traditionellen braunen Café bis zur schicken Cocktailbar findet hier jeder seinen Platz.

In warmen Sommernächten verwandelt sich der Platz in ein einziges großes Open-Air-Fest, bei dem Tausende von Studierenden und Besuchern das Leben genießen. Der Oude Markt ist das unbestrittene Zentrum des Löwener Nachtlebens und zugleich ein beliebter Treffpunkt für alle Altersgruppen. Tagsüber laden die Terrassen zum gemütlichen Kaffeetrinken ein, während abends die Musik aus den verschiedenen Lokalen den Platz zum Vibrieren bringt. Besonders während der Erstsemesterfeste im Oktober und der Abschlussfeiern im Juni erreicht die Atmosphäre ihren Höhepunkt.

Sint-Pieterskerk – die Peterskirche

Die gotische Sint-Pieterskerk am Grote Markt ist eine der bedeutendsten Kirchen Flanderns und steht in unmittelbarer Nachbarschaft zum Rathaus. Der Bau begann im 15. Jahrhundert, doch die ursprünglich geplanten drei Türme konnten aufgrund instabilen Untergrunds nie vollendet werden – stattdessen erhielt die Kirche nur einen niedrigen Turmstumpf, der dem Gebäude ein eigentümliches, aber charakteristisches Erscheinungsbild verleiht.

Im Inneren birgt die Peterskirche wahre Kunstschätze. Besonders bemerkenswert ist das Gemälde „Das letzte Abendmahl“ von Dirk Bouts aus dem Jahr 1464, eines der Hauptwerke der altniederländischen Malerei. Es gehört zum Sakramentsaltartriptychon und wird im Schatzkammermuseum der Kirche ausgestellt. Auch die spätgotische Kanzel, die Grabmäler und die Glasfenster verdienen Beachtung. Mehr über belgische Kunst →

Groot Begijnhof – UNESCO-Welterbe

Der Große Beginenhof von Löwen ist einer der besterhaltenen und größten Beginenhöfe Belgiens und gehört seit 1998 zum UNESCO-Welterbe. Die Anlage umfasst etwa 100 Häuser, Konvente und Kirchen, die sich entlang kopfsteingepflasterter Gassen und idyllischer Innenhöfe erstrecken. Gegründet im 13. Jahrhundert, bot der Beginenhof alleinstehenden Frauen – den Beginen – eine Möglichkeit, ein frommes Leben in Gemeinschaft zu führen, ohne einem Klosterorden beitreten zu müssen.

Seit den 1960er Jahren gehört der Beginenhof zur Universität und dient als Wohnanlage für Studierende und Gastprofessoren. Die sorgfältige Restaurierung hat den Charme der mittelalterlichen Anlage bewahrt: Backsteingebäude mit weißen Fensterrahmen, blühende Gärten und die ruhig dahinfließende Dijle schaffen eine Atmosphäre der Stille und Einkehr, die in starkem Kontrast zum quirligen Studentenleben nur wenige Gehminuten entfernt steht. Ein Spaziergang durch den Beginenhof ist wie eine Zeitreise ins Mittelalter. Mehr über Beginenhöfe in Belgien →

AB InBev und Stella Artois – Bierhauptstadt der Welt

Löwen ist untrennbar mit der Geschichte des belgischen Bieres verbunden. Hier befindet sich der globale Hauptsitz von AB InBev, dem mit Abstand größten Brauereikonzern der Welt mit über 500 Biermarken in mehr als 150 Ländern. Die Wurzeln reichen bis ins Jahr 1366 zurück, als die Brauerei „Den Hoorn“ gegründet wurde – aus ihr entwickelte sich über die Jahrhunderte das Unternehmen, das heute als Stella Artois bekannt ist. Der Name „Artois“ geht auf den Braumeister Sebastien Artois zurück, der die Brauerei 1717 übernahm.

Die Präsenz von AB InBev hat Löwen den Beinamen „Bierhauptstadt der Welt“ eingebracht. Neben Stella Artois werden von hier aus Marken wie Leffe, Hoegaarden, Jupiler, Beck's, Budweiser und Corona gesteuert. Besucher können an Brauereiführungen teilnehmen und im Besucherzentrum die Geschichte des Löwener Bieres erkunden. Die Stadt feiert ihre Biertradition jährlich mit Festivals und Events, die Bierliebhaber aus aller Welt anziehen. Mehr über belgisches Bier →

Fonske – das Wahrzeichen der Studierenden

Die kleine Bronzestatue „Fons Sapientiae“ (Quelle der Weisheit), im Volksmund „Fonske“ genannt, steht seit 1975 am Fochplein und ist das inoffizielle Maskottchen der Stadt. Die von Jef Claerhout geschaffene Figur zeigt einen Studenten, der ein Buch liest und sich gleichzeitig Wissen in den Kopf gießt. Fonske verkörpert damit auf humorvolle Weise das Lebensgefühl der Stadt: Wissen und Genuss gehören in Löwen untrennbar zusammen. Zu besonderen Anlässen wird Fonske von den Studierenden verkleidet – eine liebevolle Tradition, die zeigt, wie eng die Stadt mit ihren Studierenden verbunden ist.

Studentenleben in Löwen

Mit über 50.000 Studierenden an der KU Leuven sowie weiteren Tausenden an der Hochschule UCLL ist Löwen eine der am stärksten studentisch geprägten Städte Europas. Nahezu jeder zweite Mensch in der Innenstadt studiert, forscht oder lehrt an einer der Bildungseinrichtungen. Dieses Verhältnis verleiht der Stadt eine einzigartige Atmosphäre: jung, kreativ, international und voller Energie.

Das studentische Leben organisiert sich in Dutzenden von Studentenvereinigungen, den sogenannten „studentenkringen“ und „fakbars“ (Fakultätskneipen). Jede Fakultät betreibt ihre eigene Bar, in der Bier zu studentenfreundlichen Preisen ausgeschenkt wird. Die Einführungswochen im September und Oktober, bekannt als „TD's“ (thematische Feiern), sind legendär und ziehen Studierende aus ganz Belgien an. Neben dem Feiern engagieren sich viele Studierende in sozialen Projekten, kulturellen Initiativen und sportlichen Vereinen, was das reiche Vereinsleben der Stadt ausmacht.

M Museum Leuven

Das M Museum Leuven, zentral am Vanderkelenstraat gelegen, ist das städtische Museum für Kunst und Geschichte und eines der bedeutendsten Kunstmuseen Flanderns. In einem gelungenen Zusammenspiel aus historischem Gebäude und modernem Erweiterungsbau präsentiert das Museum eine beeindruckende Sammlung, die von mittelalterlicher Skulptur über altniederländische Malerei bis hin zu zeitgenössischer Kunst reicht.

Besonders hervorzuheben ist die Sammlung von Werken des spätgotischen Malers Rogier van der Weyden, der in Löwen wirkte, sowie Gemälde von Joos van Cleve und Quinten Metsys. Das Museum organisiert regelmäßig hochkarätige Wechselausstellungen, die internationale Beachtung finden. Ein Besuch im M Museum bietet einen hervorragenden Überblick über die Kunstgeschichte der Region und ergänzt den Rundgang durch die historische Stadt. Mehr über flämische Kunst →

STUK Kunstencentrum

Das STUK Kunstencentrum ist Löwens wichtigstes Zentrum für darstellende Künste, Musik, Film und bildende Kunst. In einem ehemaligen Universitätsgebäude untergebracht, bietet STUK eine Bühne für experimentelle und zeitgenössische Kunstformen. Das Programm umfasst Theater, Tanz, Konzerte, Filmvorführungen und Ausstellungen, wobei junge und aufstrebende Künstler ebenso vertreten sind wie international bekannte Namen. STUK ist ein wichtiger Treffpunkt für die kulturelle Szene der Stadt und trägt maßgeblich dazu bei, dass Löwen weit mehr ist als nur eine Universitäts- und Bierstadt. Mehr über Musik und Film →

Abdij van Park – die Parkabtei

Die Abdij van Park (Parkabtei) liegt am südlichen Rand der Stadt und ist eine der besterhaltenen Klosteranlagen Belgiens. Die Prämonstratenserabtei wurde 1129 gegründet und blickt auf fast 900 Jahre ununterbrochener Geschichte zurück. Die ausgedehnte Anlage umfasst eine romanische und gotische Kirche, einen malerischen Kreuzgang, historische Wirtschaftsgebäude, Fischteiche und weitläufige Gärten.

Heute ist die Parkabtei ein beliebtes Ausflugsziel für Spaziergänger und Geschichtsinteressierte. Teile der Anlage werden für kulturelle Veranstaltungen, Ausstellungen und Konzerte genutzt. Die ruhige, fast meditative Atmosphäre der Abtei bietet einen willkommenen Kontrast zum geschäftigen Treiben der Innenstadt und ermöglicht es Besuchern, in die kontemplative Welt des mittelalterlichen Klosterlebens einzutauchen.

Kruidtuin – der Botanische Garten

Der Kruidtuin (Kräutergarten) von Löwen ist der älteste botanische Garten Belgiens und einer der ältesten Europas. Bereits 1738 von der Universität als Hortus Botanicus angelegt, diente er ursprünglich dem Studium der Heilpflanzen für die medizinische Fakultät. Heute erstreckt sich der liebevoll gepflegte Garten über eine Fläche von rund einem Hektar im Herzen der Stadt und beherbergt Hunderte von Pflanzenarten aus aller Welt.

Die historischen Orangerien und Gewächshäuser wurden sorgfältig restauriert und dienen heute als Veranstaltungsorte und Ausstellungsräume. Der Botanische Garten ist eine grüne Oase der Ruhe, in der Studierende zwischen den Vorlesungen entspannen und Besucher die Vielfalt der Pflanzenwelt entdecken können. Besonders im Frühling, wenn die Blumenbeete in voller Pracht stehen, ist der Kruidtuin ein bezaubernder Ort.

Wissenschaft, Innovation und Tech-Startups

Löwen hat sich in den vergangenen Jahrzehnten zu einem der wichtigsten Innovationszentren Europas entwickelt. Die KU Leuven ist nicht nur eine führende Forschungsuniversität, sondern auch ein Motor für technologische Innovation. IMEC, das interuniversitäre Forschungszentrum für Mikroelektronik, hat seinen Hauptsitz in Löwen und gilt als das weltweit führende Forschungszentrum für Nanoelektronik und Digitaltechnologie. Tausende Forscher aus aller Welt arbeiten hier an den Technologien von morgen.

Die enge Verzahnung von Universität und Industrie hat ein florierendes Startup-Ökosystem hervorgebracht. Der Vaartkom-Distrikt, ein ehemaliges Hafengebiet, hat sich zu einem lebendigen Innovationsviertel gewandelt, in dem Tech-Unternehmen, Coworking-Spaces und kreative Agenturen Tür an Tür arbeiten. Leuven.inc, die städtische Innovationsplattform, unterstützt Gründerinnen und Gründer bei der Umsetzung ihrer Ideen. Über 100 Spin-off-Unternehmen der KU Leuven haben ihren Sitz in der Stadt, darunter global erfolgreiche Firmen in den Bereichen Biotechnologie, künstliche Intelligenz und nachhaltige Energie.

Leuven 2030 – Europas Klimastadt

Löwen nimmt beim Thema Klimaschutz und Nachhaltigkeit eine Vorreiterrolle ein. Das Projekt „Leuven 2030“ ist eine einzigartige Partnerschaft zwischen der Stadt, der Universität, Unternehmen und Bürgern mit dem ehrgeizigen Ziel, Löwen bis 2030 klimaneutral zu machen. Für diese Initiative wurde die Stadt 2018 mit dem European Green Leaf Award ausgezeichnet.

Konkret umfasst Leuven 2030 Maßnahmen wie die energetische Sanierung von Gebäuden, den Ausbau des Radwegenetzes, die Förderung erneuerbarer Energien und die Schaffung neuer Grünflächen. Das Fahrrad ist in Löwen bereits das wichtigste Verkehrsmittel – mehr als die Hälfte aller Wege in der Innenstadt werden mit dem Rad zurückgelegt. Die zahlreichen autofreien Zonen und verkehrsberuhigten Bereiche machen die Stadt zu einem Vorbild für nachhaltige urbane Mobilität in Europa.

Gotisches Rathaus

Erbaut 1439–1469 mit 236 Statuen in der Fassade. Gilt als das schönste spätgotische Rathaus Europas und ist das Wahrzeichen der Stadt am Grote Markt.

Groot Begijnhof

UNESCO-Welterbe seit 1998 mit rund 100 historischen Häusern. Gegründet im 13. Jahrhundert, heute Wohnanlage der Universität in idyllischer Umgebung an der Dijle.

Universitätsbibliothek

Zweimal zerstört und wieder aufgebaut, ist sie ein Symbol der Widerstandskraft. Der markante Turm bietet einen Panoramablick über die Stadt und beherbergt ein Glockenspiel.

Oude Markt

Die „längste Theke der Welt“ mit über 40 Bars und Cafés. Herzstück des Löwener Nachtlebens und Treffpunkt für Studierende und Besucher gleichermaßen.

M Museum

Städtisches Kunst- und Geschichtsmuseum mit herausragender Sammlung altniederländischer Malerei und wechselnden zeitgenössischen Ausstellungen von internationaler Bedeutung.

Parkabtei

Prämonstratenserabtei aus dem Jahr 1129 mit romanischer Kirche, Kreuzgang, Fischteichen und weitläufigen Gärten. Ein Ort der Stille am Stadtrand von Löwen.

Löwen als Reiseziel – praktische Tipps

Löwen ist ideal für einen Tagesausflug von Brüssel – die Zugfahrt vom Bahnhof Brüssel-Central dauert nur 25 Minuten, und Züge verkehren mehrmals pro Stunde. Der Bahnhof von Löwen liegt zentral, sodass alle Sehenswürdigkeiten bequem zu Fuß erreichbar sind. Für einen ausführlichen Besuch empfiehlt sich ein Aufenthalt von ein bis zwei Tagen, um neben den historischen Highlights auch die Biertradition, die Museen und die lebendige Atmosphäre der Studentenstadt in Ruhe genießen zu können. Löwen eignet sich auch hervorragend als Ausgangspunkt für Ausflüge in die Umgebung von Flandern, etwa nach Mechelen oder zum nahen Brüssel. Die beste Reisezeit ist von April bis Oktober, wenn die Straßenterrassen geöffnet sind und die Stadt in voller Blüte steht.